Werke bis 1805  3




1796 begann Schiller mit der Fortsetzung des Wallenstein-Dramas, an dem er Jahre zuvor schon einmal kurz gearbeitet hatte. Doch wurde diese Arbeit im selben Jahr durch den Zwang zur Produktion für den nächsten Musenalmanach behindert.





(DLA Marbach)


Die "Xenien", ein Gemeinschaftswerk Goethes und Schillers, entstanden - meist witzige, zuweilen auch taktlose Angriffe in Distichen (Doppelversen mit einem Hexa- und einem Pentameter) auf fast alles, was in der literarischen und politischen Welt jener Zeit Rang und Namen hatte.  So heißt es unter "Jean Paul Richter":

 

Hieltest du deinen Reichtum nur halb so zu Rate wie jener

Seine Armut, du wärst unsrer Bewunderung wert.

 

und unter dem Titel "Neugier" steht:

 

Etwas wünscht' ich zu sehn, ich wünschte einmal von den Freunden

Die das Schwache so schnell finden, das Gute zu sehn!

 

Die das wünschten, erfüllten sich den Wunsch gleich selbst: Als der "Musen-Almanach für das Jahr 1798" nach Inhalten verlangte, steuerten Goethe und Schiller, die sich wechselseitig begutachteten und ermunterten, einige ihrer schönsten Balladen bei.

 

Schiller zum Beispiel "Der Ring des Polykrates", "Der Handschuh", "Die Kraniche des Ibycus", "Der Taucher" und "Die Bürgschaft", ein - so Goethe über die Ballade - "Urei der Dichtung", für das Oskar Werner einen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ungewöhnlich noblen Ton fand:


>>>O-TON: "Zu Dionys, dem Tyrannen ..."


Der vorübergehende Hafturlaub verläuft zunächst nach Plan. Der Freund erklärt sich zum Pfand bereit, die Schwester ist rasch mit dem Gatten vereint und der Trauzeuge kann die Rückreise antreten. Doch hierbei häufen sich die Schwierigkeiten; ein Unwetter und eine Räuberbande machen den Heimweg zum Abenteuer und nach dem dieses überstanden ist, droht der Zurückkehrende zu verdursten. Doch "ein Gott hat Erbarmen" und spendet ein "rieselndes Rauschen".




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