Nachwirkungen  2




Seine Überzeugung wurde von der Nachwelt nie ernsthaft in Frage gestellt, im Gegenteil: Charlotte von Schillers Blick in die Zukunft vom Dezember 1806 erwies sich als realistisch:

 

"Goethe und Schiller werden in einem ganzen Zeitraum vielleicht allein stehen bleiben und der Welt zeigen, was Menschen vermögen, die mit aller Kraft ihres Geistes nach Vollendung hinstreben."

 

Und ebenso richtig lag Friedrich Bouterweks, der in einem Nachruf auf Schiller mutmaßte, es werde dem Dichter noch leid tun, dass er seine Werke mit Sentenzen voll geschrieben habe, die "als Aussprüche der Lebensweisheit unter die Maximen" aufgenommen, also verselbstständigt würden:

 

"Es läßt sich voraussehen, daß der größte Theil dieser Sentenzen künftig wie Sprichwörter in Deutschland verbreitet seyn werden."

 

Doch damit nicht genug der unfreiwilligen Nachwirkungen. Diese zeigten sich auch in der Fülle der Schiller nachahmenden Dramenliteratur der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, in theatralischen Darbietungen, bei denen die grellen Effekte zum Hauptspaß ausgespielt wurden.

 

Im Reden auch vom "keuschen", "sanften" und "heiligen" Dichter, dem unübertrefflich "edlen" - über den Alfred Kerr reimend scherzte: "Nichts an dir war scheel und niedrig / Teurer Schiller, edler Friedrich".




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