Leben bis 1794  4




Das Ende von Schillers Universitätslaufbahn kommt unerwartet. 1791 wird seine Lehrtätigkeit zunächst durch eine schwere Lungenentzündung unterbrochen, nach dem Sommersemester ´93 wird sie wegen Schillers anhaltend schlechtem Gesundheitszustand beendet.

 

Im Privaten aber geht alles in geordnete Bahnen über: Im Februar 1790 heiratet Schiller - nachdem ihn der Herzog von Meiningen durch die Verleihung des Hofrat-Titels in den gehörigen Stand gesetzt hat - Charlotte von Lengefeld. Aus der Ehe gehen vier Kinder hervor.

 

Schillers Sterben dauert 14 Jahre lang; die kruppöse Pneumonie wird er nicht mehr los.

 

Die Nachricht von Schillers schwerer Erkrankung ließ schnell das Gerücht entstehen, dass er gestorben sei. Nachdem dies dementiert worden war, sorgten der Erbprinz von Augustenburg und sein Finanzminister für ein Auskommen: Schiller erhält ein dreijähriges - später um zwei Jahre verlängertes - Stipendium, mit dem er seine Existenz gesichert sieht: 1.000 Reichstaler pro Jahr, das entspricht auf heutige Verhältnisse umgerechnet ungefähr 20.000 Euro.

 

Die Krankheit reduziert seine öffentlichen Aktivitäten drastisch; er richtet sein Leben fast ganz im Häuslichen ein, meidet, um seine Arbeitskraft so weit wie möglich zu erhalten, Ablenkungen durch Gesellschaften, Gefährdungen durch schlechtes Wetter und Aufregungen durch die Teilnahme am politischen Geschehen.

 

Über fünf Jahre dichtet Schiller kaum etwas. Stattdessen widmet er sich nach abgebrochenen Geschichtsstudien mit Eifer der Philosophie Kants, aus der er seine eigene entwickelt.



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