Leben bis 1794  3




Ende Juli reist Schiller nach Weimar, wo ihn Charlotte von Kalb erneut fesselt. Doch die beiden entfernen sich zunehmend voneinander, vielleicht weil sich Schiller in die Schauspielerin Corona Schröter verguckt, mit der er häufig beim Whistspielen anzutreffen ist.

 

Als die verheiratete von Kalb im März ´88 Weimar verlässt, ist an eine dauernde Verbindung mit ihr nicht mehr zu denken. Schiller schreibt an Körner:

 

"Eine Frau habe ich noch nicht; aber bittet Gott, daß ich mich nicht ernsthaft verplempere."

 

Doch da bahnt sich schon das Verhältnis zu Charlotte von Lengefeld und deren Schwester Caroline von Beulwitz an.

 

Fast zwei Jahre währt Schillers erster Aufenthalt in Weimar, wohin er gegangen war, um Charlotte von Kalb nahe zu sein, Goethe zu finden und Beziehungen zu anderen geistigen Nobilitäten wie Wieland und Herder zu knüpfen.

 

Doch bleibt Goethe noch über ein Jahr fern in Italien und Herder erweist sich als vorsichtig zurückhaltend und vorsichtig entgegenkommend. Nur Wieland wird zum Lehrer und Freund; ihm verdankt Schiller die Mitarbeit am "Teutschen Merkur", in dem er das Hauptwerk dieser Jahre, "Die Geschichte des Abfalls der vereinigten Niederlande von der Spanischen Regierung", veröffentlicht.

 

Als Goethe 1788 nach Weimar zurückkehrt, nimmt er von seinem Nachbarn zunächst kaum Notiz, kümmert sich dann aber eifrig, wenn auch im Hintergrund, um dessen akademische Karriere: Zum Sommersemester 1789 wird Schiller als Professor der Philosophie - mit einem Lehrauftrag im Fach Geschichte - an die Universität Jena berufen.

 

Am 26. Mai 1789 hält Schiller, der inzwischen seinen Wohnsitz in Jena genommen hat, seine begeistert aufgenommene Antrittsvorlesung über den Unterschied zwischen dem Brotgelehrten und dem philosophischen Kopf: "Was heißt und zu welchem Ende studiert man Universalgeschichte?"



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