Werke 1784-1794

Kabale und Liebe +++ Don Karlos +++ "Schöne Welt wo bist du?" - Lyrik 1784-94 +++ historische Schriften +++ philosophische Untersuchungen im Banne Kants

 

"Kabale und Liebe" ist Schillers erster und letzter Versuch, soziale Verhältnisse seiner Zeit dichterisch zu vergegenwärtigen, um sie dem Urteil des (vornehmlich bürgerlichen) Publikums zu überantworten.

 

"Die Gerichtsbarkeit der Bühne fängt an, wo das Gebiet der weltlichen Geseze sich endigt"

 

hatte Schiller in seiner Rede "Was kann eine gute stehende Schaubühne eigentlich wirken?" am 26. Juni 1784 gesagt, und so mochte er sein Stück als eine Gerichtsverhandlung gemeint haben, an dessen Ende der Zuschauer das Urteil sprechen soll.

 

Verhandelt wird der im 18. Jahrhundert nicht unübliche Fall einer Liebesbeziehung zwischen Angehörigen verschiedener Stände, für deren tödlichen Ausgang sich nicht allein die Herrschenden - die korrupten Vertreter des Feudalabsolutismus -, sondern auch die Unterdrückten - hier: die Bürger - zu verantworten haben, die als Gottesordnung akzeptieren, was in Wahrheit faules Menschenwerk ist.

 

"Wenn du Gott liebst, wirst du nie bis zum Frevel lieben."

 

flüstert Miller, von Beruf Stadtmusikant und im eigenen Haus ein wahrer Tyrann, seiner Tochter Luise ein, die sich in den adeligen Ferdinand von Walter verliebt hat.

 

Und auch die spontane bürgerliche Gärung hält Schiller recht mutwillig zurück. So in der Szene II, 6, in welcher der Präsident von Walter bei Millers eindringt, um die Liaison seines Sohnes mit dem Bürgermädchen zu unterbinden, wobei er Luise in einer Weise beleidigt, die Hausherr Miller auf den Plan ruft.



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