Schillers Arbeitsweise

Ökonomie eines freien Schriftstellers - "Alleinherrschaft des Geistes"


Schiller, von dem die Nachwelt glaubte, er habe herrscherlich über Menschen und Dinge hinweggedacht und sei souverän nur seinen ihm bestimmten Weg gegangen, war geradezu versessen auf anregende Kritik - private und öffentliche, die es ihm erlaubte, begangene Fehler zu korrigieren. Er war abhängig von den Ratschlägen seiner Freunde - Körner, Humboldt, Goethe - und beherzigte die Einwände auch solcher Rezensenten, die es an prinzipiellem Wohlwollen fehlen ließen.





(DLA Marbach)


So hatte Leopold Graf zu Stolberg gegen Schillers Gedicht "Die Götter Griechenlandes" von 1788 heftig mit den Worten protestiert:

 

"Ein Geist, welcher gegen Gott lästert, ist kein guter Geist."

 

Als Schiller das Gedicht zwölf Jahre später wieder veröffentlichte, fehlten mit Rücksicht auf Stolbergs Einwände elf von ursprünglich 25 Strophen.

 

Ähnliches Entgegenkommen bewies der Dichter, als er eine zweite Fassung von "Würde der Frauen" schrieb und dabei Friedrich Schlegels Kritik an der ersten von 1795 beachtete.



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