Jugendwerke  5




Legendär auch die in einem Monolog Alexander Moissis überlieferte Inszenierung Max Reinhardts von 1908, der man die eigentümliche Melodik früher Schillerinterpretation ablauschen kann, verstärkt noch durch Moissis südeuropäische Akzentuierung. Moissi spricht die "Traumerzählung" Franz Moors:


>>>O-TON: "Siehe, mir däuchte, ich hätte ein königlich Mahl gehalten ... "


Dem Deutungsspielraum dieses Stücks schien keine Grenze gesetzt: Piscator machte die "Räuber" 1926 und 1957 zu Politparabel-Marionetten, Kortner entpolitisierte sie 1959 mit großem Erfolg, Zadek verwandelte sie in Bremen, 1966, zu Sprechblasen produzierenden Comic-Figuren, Peymann in Stuttgart, 1975, zu weinerlichen Kindsköpfen.

 

Und auch die Liste herausragender Franz-Darsteller lässt sich von Iffland bis in die heutige Zeit fortschreiben: von Paul Wegener über Hannes Messemer und Martin Benrath bis zu Manfred Zapatka und Rufus Beck.


Auch als Lyriker wollte Schiller schnell sein Glück machen: Im Februar veröffentlichte er die "Anthologie auf das Jahr 1782" mit etwa 50 eigenen Beiträgen - Oden, Hymnen, Elegien und Liebesgedichten, die ihre Abhängigkeit von Vorbildern wie Klopstock nicht verleugnen, die aber zum überwiegenden Teil schlechter sind als ihre Muster. Nur durch die echt erscheinende pathetische Sprache gewinnen sie einen gewissen poetischen Rang, der ihnen in späterer Zeit von Schiller selbst nicht mehr zugebilligt wurde.



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