Jugendwerke

Die Räuber +++ frühe Lyrik +++ Fiesko




(DLA Marbach)

"Die Räuber", Schillers erstes erhaltenes Drama, waren Mitte 1781 anonym im Selbstverlag erschienen und am 13. Januar 1782 in Mannheim in Anwesenheit des Autors uraufgeführt worden.

 

Dieser stellte sich dem Publikum in einer Selbstrezension wie folgt vor:

 

Er soll ein Arzt bei einem Wirtembergischen Grenadier-Bataillon sein. Und so gewiß ich sein Werk verstehe, so muß er starke Dosen in Emeticis [Brechmitteln] eben so lieben als in Aestheticis, und ich möchte ihm lieber zehen Pferde als meine Frau zur Kur geben.

 

Ein Kraftgenie sondergleichen versucht, das Ende einer literarischen Epoche herauszuschieben, die später die Bezeichnung "Sturm und Drang" erhalten sollte. Goethe, Lenz, Klinger, Wagner und andere hatten gerade erkennen lassen, wie heftig es in den Köpfen und auf der Bühne zugehen kann, wenn erst einmal die Schranken einer klassizistischen Regelpoetik durchbrochen und die Forderungen einer moralisch begründeten Wirkungsästhetik außer Kurs gesetzt sind. Und Schiller überbot sie noch: Die Räuber zeichnen sich durch eine wüste Handlung, gewaltsame Charaktere und eine ganz und gar ‚unpolierte', nämlich leidenschaftliche und bis zur Unnatürlichkeit offene Sprache aus.

 

Die Rahmenhandlung klingt wie eine Räuberpistole: Bruderzwist im Hause Moor. Franz, ein intellektuelles Scheusal, intrigiert gegen Karl, den vom Glück verwöhnten Lieblingssohn des Vaters. Die Familienbande sind porös, und so genügt ein einziger gefälschter Brief, um den rousseauistisch angehauchten Sympathieträger Karl in einen "schäumend auf die Erde stampfenden" angry young man zu verwandeln. Kurzentschlossen lässt er sich auf ein verklärtes Räuberleben im böhmischen Wald ein, dem zunehmend Unschuldige zum Opfer fallen.



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