Arbeitsweise  3




Die Geschwindigkeit, mit der Schiller arbeitete, ist vielfach bezeugt. Die Gedichte, die er für seine Musenalmanache schrieb, entstanden meistens in wenigen Tagen; dass er 50 Verse an einem Tag zu Papier brachte, war keine Seltenheit. Und wenn ihm seine Freunde zu Korrekturen rieten, waren auch die schnell durchgeführt - falls sie nicht eine gänzliche Umarbeitung des schon Geschriebenen nötig machten.

 

Als Goethe am 29. Juli 1797 gegen einen Vers im "Handschuh" Bedenken einlegte, weil sich ein Tiger ja nicht die Zunge "lecke", wusste Schiller schnell Rat: er ersetzte den einen liquiden Laut l durch den zweiten (r), und so erhielt der Vers den bekannten Wortlaut "Und recket die Zunge". Und als Zuhörerinnen an demselben Gedicht Anstoß nahmen, weil am Ende der Ritter einem Edelfräulein ihren Handschuh ins Gesicht wirft, war auch das schnell behoben: Der Ritter hält nun den Handschuh zurück und verbeugt sich vor dem Fräulein. Das Gedicht konnte nun zum Druck befördert werden. (Für einen späteren Druck stellte Schiller allerdings die ursprüngliche Fassung wieder her.)

 




Oft im Einsatz: Schillers Federmesser (DLA Marbach)



Arbeitsweise  1  2  3

 

Anzeigen





Das neue Schiller-Buch
von Norbert Oellers







Schiller: Das Wichtigste auf 2 CDs