Götterpläne und Mäusegeschäfte.
Schiller 1759-1805


Der Geist baut sich seinen Körper – und mehr. Überzeugt von der eigenen Besonderheit, entwirft Schiller sich selbst. Im Medium der Literatur dokumentiert er öffentlich seine Andersartigkeit. Unter den Leitsternen Größe und Unsterblichkeit des eigenen Namens entfaltet sich ein vom Schreiben geprägtes Leben.

 

Doch Schiller ist mitnichten der große, weltfremde Geist, das rein-genialische Individuum, zu dem ihn die Mit- und Nachwelt gemacht hat. Den unterschiedlichen Facetten der historischen Person Friedrich Schillers nähern sich Frank Druffner und Martin Schalhorn unter ausgewählten thematischen Gesichtspunkten. Ausgehend vom Tod des Schriftstellers am 9. Mai 1805 fragen sie nach den Spuren der "Götterpläne" und "Mäusegeschäfte" in Schillers Leben. Die Karriere vom einfachen Bürger zum geadelten, national (und international) geehrten Schriftsteller, der mühsame Weg zu einer Verbindung von autonomer Kunst und kommerziellem Zwang im Werk, die großen Anfänge und das ernüchternde Scheitern in gesellschaftlichen Beziehungen, die Vorstellungen von Freundschaften, die ökonomischen Spannungen zwischen hochtrabender Hoffnung und nüchterner Berechnung, die Konzentration des eigenen Lebens auf den engen Raum des Arbeitszimmers oder die Überhöhung der Person im Leben und im Tod: allenthalben stößt man auf Spuren von "Götterplänen" und "Mäusegeschäften".

 

Am Ende bleibt das berühmte Individuum Schiller ein großes Rätsel. Wo liegt die Grenze zwischen authentischer Person und literarisch vermittelter, stilisierter Individualität? Welche Spuren haben "Götterpläne" und "Mäusegeschäfte" bei ihm selbst hinterlassen? Soll man überhaupt nach der Person des Dichters fragen? Schiller zeigt sich selbst skeptisch. "Es ist nichts zerbrechlicher im Menschen als seine Bescheidenheit und sein Wohlwollen; wenn soviele Hände an dieses zerbrechliche zarte Ding tappen, was wunder wenn es zu schanden geht? Wenn mich je das Unglück oder Glück träfe, sehr berühmt zu werden (und das ist in sofern möglich, als man es jezt wohl werden kann und wird, ohne es zu verdienen) wenn mir dieses je passirt, so seyen Sie mit Ihrer Freundschaft gegen mich vorsichtiger. Lesen Sie alsdann meine Schriften, und lassen den Menschen übrigens laufen."

 



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