Wilhelm Tell

 

"Der Führer wünscht, daß Schillers Schauspiel 'Wilhelm Tell' nicht mehr aufgeführt wird und in der Schule nicht mehr behandelt wird." So schrieb Martin Bohrmann am 3. Juni 1941 an Reichsminister Karl Lammers.
Kein Wunder, dass Hitler den "Tell" verbieten wollte: Gleich mehrere Attentäter hatten sich von ihm inspirieren lassen, und - wie im "Don Carlos" - spendete das Theaterpublikum auch in Schillers letztem abgeschlossenen Stück ausgerechnet in den widerständigsten Szenen immer wieder Sonderapplaus.

 

Eine überraschende Kehrtwende dann in den 50er Jahren: Das Publikum war plötzlich übersättigt von den Schweizer Kitteln und den unzähligen geflügelten Worten; der "Tell" wurde zum meistparodierten Stück Schillers. Erst das Wendejahr 1989 brachte eine Renaissance. Die Mauern der Zwingburg Uri wurden auf der Bühne nach Berlin verlegt und ­- "die Axt im Haus erspart den Zimmermann" - alles war an seinem Platz: korrupte Politiker, Passkontrollen und "Wir wollen sein ein einzig Volk von Brüdern".



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