Don Karlos

 

Vom Beginn seiner Karriere an wurde Schiller in seiner Sprach- und Gestaltungskraft mit Shakespeare verglichen. Lässt man sich auf diesen Vergleich ein, hätte er seinen Hamlet mit der Figur des zweiflerischen und in seine Stiefmutter verliebten Don Karlos geschaffen.

 

Doch ist der Titelheld keine ganz so dankbare Figur wie der Hamlet - muss sie sich doch gegen den dominanten König Philipp ebenso mühsam behaupten wie gegen den Freund und schwärmerischen Frühdemokraten Marquis Posa, wobei erschwerend hinzukommt, dass der Dialog der letzten beiden (Szene III,10) wohl zu den eindrucksvollsten des Welttheaters gehört.

Oft wurde dabei jedoch übersehen, welch widersprüchliche Figur der Marquis im Grunde ist: Einerseits fordert er mutig "Gedankenfreiheit" und Menschenrechte, andererseits aber beraubt er seinen Freund Don Karlos, wenn auch nur kurzzeitig und zu dessen vermeintlich Bestem, der Freiheit. Posa, ein früher Rigoros-Ideologe; Philipp ein einsam gewordener Machtstratege, und zwischen allen Stühlen Don Karlos, der seinen Platz im Leben und Staat sucht - ein hochintelligentes Drama über Liebe und Macht.



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